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Yago - Ein Hund hält uns auf Trab!

Yago - Ein Hund hält uns auf Trab!

Yago - Ein erstaunlicher Hund!

Hohe Berge - tiefe Täler!

Es meinte jemand kürzlich, dass meinem Burschen zum echten Naturburschen noch einiges fehle, hat er doch beim Holzfischen im eisigen, schmelzwasserführenden Alfenzfluss die nötige Vorsicht walten lassen!

Es bleibt dahingestellt, ob die Zweiflerin selbst schon einmal wie mein Hund die felsige Gipfelregion um die 3000 m erreicht hat oder sich selbst auf atemberaubenden Pfaden in die Schlucht mit tobendem Wildwasser abgeseilt hat!

Daher gibt es nicht den geringsten Zweifel: Yago ist ein überaus mutiger Naturbursche, der zwar vorsichtig ans Werk geht aber im Verein mit Herrchen Erstaunliches zustande bringt! Beim Aufstieg von Rankweil durch die Schlucht ("Üble Schlucht" - Nomen est Omen!) bezwang er sogar auf Anhieb eine etwa 5 m hohe, beinahe lotrechte Eisenleiter! Unbegrenztes Vertrauen eines wunderbaren Hundes zu seinem Herrn und dessen Wissen um die Leistungsgrenzen seines Begleiters sind die stabile Grundlage des Teamworks von Mensch und Tier!

Naturwunder "Üble Schlucht" inmitten Vorarlbergs

Naturwunder "Üble Schlucht" inmitten Vorarlbergs

Während des gesamten Durchstiegs führe ich Yago sanft an der Leine. Dies erhöht beider Sicherheit und mein Begleiter folgt mir mutig und geschickt. Der eingelernte Begriff "Hinten" ist eine große Hilfe und Yago hält sich eisern daran, als ob er verstünde, dass er seinem Führer dadurch eine wesentliche Hilfe sei!

Schmal, steil, rutschig weil feucht - aber meist gut gesichert: alpiner Steig

Schmal, steil, rutschig weil feucht - aber meist gut gesichert: alpiner Steig

Die atemberaubende Landschaft muss man sich erarbeiten! Es gibt hier keine Touristenmassen wie in der Rappenlochschlucht und wir begegnen nur einer Handvoll  Wanderer, alle talwärts unterwegs. Unser Ausgangspunkt Rankweil liegt schon eine Stunde zurück und vom Netschelweg beginnt alsbald der immer steiler werdende Abstieg in den Grund der Schlucht.

Weg links unten, schwer auszumachen

Weg links unten, schwer auszumachen

Nach der erwähnten Leiter (eigentlich mehr eine steile Eisentreppe), die Yago brav hinter mir mit Bravour meistert, wandern wir auf einer grandiosen Natur-Schaubühne vorerst noch im Grund der Schlucht auf schmalem Weg flussaufwärts, bewundern tiefblaue, grundlos scheinende Wasserbecken und lassen uns von tosend herabstürzenden Wassermassen beeindrucken, bis sich der Pfad auf der Nordseite in die Höhe schwingt. Die immer seltener werdende Wasseramsel ist auf Nahrungssuche im reinen Wildwasser. Als einziger Singvogel erbeutet sie  Fliegenlarven und Kleinlebewesen im Tauchgang. Herrliches Schauspiel!

Yago - Mutig aber vorsichtig!

Yago - Mutig aber vorsichtig!

Bald lassen wir das Tosen des Flusses weit unter uns und wir steigen durch lichten Wald in den Ort Laterns auf. Über freie Wiesen führt uns der Weg zur weithin sichtbaren Kirche und ich hoffe auf ein kühles Bier im Gasthaus Löwen. Den Rotmilan, der wenige Meter an uns gemächlich vorüber streicht, hätte ich gern fotografiert! Aus einer Viehtränke bekommt mein Hund das nötige Nass, indem ich die Hände zu einer Schale forme, denn die Hundeschale ist ein Opfer meiner Vergesslichkeit!

Letzter sanfter Aufstieg zur Labestation

Letzter sanfter Aufstieg zur Labestation

Wir haben Glück, der "Löwen" hat offen! Nur samstags und sonntags! Nach einem netten Gespräch mit der Wirtin machen wir uns auf den Rückweg. Dazu wende ich mich talein und steige bei den letzten Häusern der Walsersiedlung steil hinunter zur Frutz. Unter der Brücke darf Yago ein Bad nehmen. Er geht aber in dem für ihn unbekannten Gelände nicht allein ins Wasser, sondern achtet ganau darauf, dass ich ihm unmittelbar den geeignetsten Badeplatz zuweise! Was für a liabs Hündle! 

Unter der Brücke beim "Bädleweg"

Unter der Brücke beim "Bädleweg"

Nach weiteren 200 Höhenmetern aufwärts erreichen wir wiederum den breiten, sanft abwärts führenden Netschelweg, der uns hinaus nach Rankweil leitet. Yago ist längst ohne Leine unterwegs! Ich kann keine Spur von Müdigkeit an ihm entdecken. Manchmal läuft er voraus, manchmal bleibt er für umfangreiche Erkundungen zurück aber nie mehr als auf Rufweite. 

Nach jeder unserer gemeinsamen Abenteuertouren ist mein kleiner Begleiter außer sich wenn sich die Wohnungstür hinter uns schließt und ich ihm das Halsband abnehme! Er springt an mir hoch, wedelt aufgeregt mit der Rute und stößt mich mit der Nase, dass ich lachen muss.

Und jetzt sagt mir offen: Ist unser Hund Yago nicht ein großartiger Naturbursche?

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