Freitag, 5. dezember 2008
Seit ein paar Nächten ist Ruhe. Kein nagendes Kratzen, kein Rascheln, Poltern, Klopfen, Scharren, Husten, Niesen, Trampeln, Trippeln, Mahlen, Schürfen, Reißen, keine schlafraubende Geräuscheerzeugung mehr...

Als ich heute Morgen mit dem Nachbarn zusammentraf, erfuhr ich, dass in seinem Dachboden seit einigen Nächten komische Geräusche zu vernehmen seien, die er sich nicht erklären könne.

"Hm, wahrscheinlich handelt es sich um einen Marder,", erklärte ich etwas unsicher. Otto, bist du's?
von schufterle - veröffentlicht in: Laut und Luise
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Samstag, 29. november 2008

„Er spielt dem Ball seinen Torhüter zurück!"

Der Schrecken des Dativs hat wieder zugeschlagen! Für solche Sprachgebilde wird vermutlich noch ein fettes Honorar bezahlt. Jedenfalls steht der ehemalige Teamchef der österr. Fußballnationalmannschaft Prohaska („Schneckerl") mit Dativ und Akkusativ seit jeher auf Kriegsfuß. Er will uns also weismachen, ein Spieler ("Er") habe den Torhüter an den vermutlich im Tor stehenden Ball zurückgespielt. Jeder, der den österr. Fußball auch nur in Ansätzen kennt, wird bestätigen, dass auch in der Alpenrepublik die Bälle und nicht die Torhüter gespielt werden. Natürlich kann irrtümlich hin und wieder ein Torhüter an Stelle des Balles getreten werden. Dies entspricht aber keinesfalls den Regeln und resultiert wohl aus den mangelhaften Fähigkeiten der heimischen Kicker.

 

Wir lachen beim heutigen, ausgedehnten Wochenendfrühstück herzlich darüber.

 

Inzwischen fällt unserer Süßen die bestrichene Semmelhälfte wieder einmal aus der Hand, was wir meist zum Anlass nehmen, über ihre mangelhafte Feinmotorik zu spotten. Lachen und Heiterkeit! Ja, wer so viel Kraft in seinen Klettergreifern hat...


„'Er spielt den Ball seinem Torhüter zurück', müsste es richtig heißen."

 

Wir nicken alle und geben unserem Sprachgenie Stefan recht, der uns weiter belehrt: „Fehler kann jeder einmal machen,", und mit der ihm angeborenen Bescheidenheit ausführt: „Sogar ich  habe früher zum Beispiel gesagt 'der Butter' und 'der Radio', dabei weiß heute jedes Kind, es muss heißen 'die Radio'!

 
Für Sekunden ist es ganz still am Tisch, dann brechen wir gleichzeitig in brüllendes, nicht enden wollendes Gelächter aus, das noch ausgelassener wird, als Stefan fragt:

 

„Warum lacht ihr, habe ich etwas Falsches gesagt?"

von schufterle - veröffentlicht in: Laut und Luise
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Donnerstag, 27. november 2008

Ein Ungetüm mit annähernd 2 Metern Länge! An beiden Enden des Kastens sind Klappen befestigt, die sich durch einen ausgeklügelten Mechanismus mit lautem Krachen schließen. Das soll dann der Fall sein, wenn das in der Bodenmitte beweglich angebrachte Auslösebrett, auf dem der Köder liegt, geringfügig bewegt wird.

 

Nun, Otto scheint mit dem Mechanismus vertraut zu sein, denn in der vergangenen Nacht hat er sich den Köder geschnappt, ohne selbst in Gefangenschaft zu geraten. In der Nacht davor muss er die Falle genau studiert haben, denn da hat er den Mechanismus erstmals zu Studienzwecken ausgelöst, ohne den Köder, ein Stück Frühstücksspeck, anzurühren.

 

Wie es Otto allerdings anstellte, den Speck zu fressen ohne selbst in Gefangenschaft zu geraten, ist uns ein Rätsel! Ich gebe zu, dass ich beginne, für Otto Sympathie und Bewunderung zu empfinden. Zweifel kommt auf, ob es denn richtig sei, dem Tierchen mit List und großem Aufwand an Zeit und Mühe den Aufenthalt in unserem Dachboden zu verwehren.

 

Würde man sich nicht im Laufe der Zeit an die lauten, nächtlichen Marderpartys gewöhnen? Wären nicht Ohrstöpsel auch eine Lösung? Und was, wenn Otto eine Ottilie ist und wir durch unser barbarisches Fangvorhaben eine Familie zerreißen, obwohl Ottilie für ihre Kinder sorgen muss? Würden diese dann nicht zu Waisen? Ich habe jetzt ehrliche Zweifel und Mitleid mit Otto oder Ottilie kommt auf.

 

Als ich mit Stefan wie allabendlich die Falle scharf mache, verbesserte Version Nummer drei, denke ich erschrocken daran, dass durch die von mir angebrachten Gewichte über den Klappen unser Mitbewohner sogar verletzt werden könnte. Zum ersten Mal hoffe ich, Otto möge sich auch am kommenden Morgen seiner Freiheit erfreuen und nicht meiner Arglist zum Opfer fallen.


Aber das kann ich weder meinem Schatzipuz noch Stefan verraten...

von schufterle - veröffentlicht in: Laut und Luise
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Donnerstag, 27. november 2008

 

Als Kulturfolger ist er oft in der Nähe menschlicher Siedlungen zu sehen, wo er sich in Parkanlagen, Scheunen oder auch Dachböden aufhält, weswegen er auch Dachmarder oder Hausmarder genannt wird.

 

von schufterle - veröffentlicht in: Laut und Luise - Community: Kreativität
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Mittwoch, 26. november 2008

Also, jetzt hört sich der Spaß aber auf! Wenn du keine Nacht mehr durchschlafen kannst, weil dich stets derselbe Lärm so gegen drei oder vier Uhr aus dem Schlaf reißt, platzt dem sanftesten Zeitgenossen schlussendlich der Kragen!

 

Wir haben ihn humorvoll „Otto" genannt, nicht ahnend, dass wir es mit einem sprichwörtlichen Gewohnheitstier zu tun bekämen. Nichts, was ich in den letzten Tagen in Erfahrung bringen konnte, nährt die Hoffnung, dass wir ihn rasch loswerden können. In der Tat, Otto hat unseren ersten Angriffsplan mit Bravour zurückgeschlagen. Die Falle ist zwar zugeschnappt aber der Köder, eine Scheibe Schinken vom Frühstückstisch, war unberührt geblieben und Otto saß nicht in der Falle.

 

Ist schon ein schlaues Tierchen, so ein Steinmarder!

von schufterle - veröffentlicht in: Laut und Luise
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Mittwoch, 26. november 2008
„Wer von eurer Klasse geht nicht mit auf die Wienreise?", fragt mein Schatzipuz unsere Süße. „Bis jetzt alle!", lautet die Antwort. Ich stutze und werfe ein: „Das heißt, dass alle zu Hause bleiben! Oder wolltest du sagen, dass alle mitgehen? Dann müsste es aber heißen: Keiner! Keiner geht nicht mit! Eine doppelte Verneinung, sozusagen." „Ja, meinetwegen soll es so heißen! Ich wollte sagen, dass sich alle angemeldet haben", erklärt uns Mausi (so ruft sie die Mama in letzter Zeit) am Frühstückstisch geduldig.
Na ja, immerhin hat Mausi, die Süße, in der letzten Deutsch-Schularbeit ein „Befriedigend" geschafft...
von schufterle - veröffentlicht in: Laut und Luise
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Sonntag, 14. september 2008

Langsam begann sie ihre Zurückhaltung aufzugeben. „Ihr Männer seid schon eine seltsame Spezies! Wenn ein Mädchen schlank und gut gebaut ist, verliert ihr sofort die Kontrolle. Auch wenn ihr Gesicht unansehnlich, ja hässlich ist! Ein hübsches Gesicht zählt bei euch nicht. Hauptsache, mächtige Möpse, lange Beine und schlanke Hüften!"


Da dachte er sich: „Du hast keine langen Beine, bist weder schlank noch gut gebaut und auch mit deinem Gesicht gewinnst du keinen Blumentopf."

von schufterle - veröffentlicht in: Liebe
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Donnerstag, 11. september 2008
Der Sud Nr.0817 ist völlig daneben.
Das Bier riecht chemisch und schmeckt
unangenem sauer.Gut, dass mir das nicht
vor sechstausend Jahren in Mesopotamien passiert ist.

Der Sumererkönig Hamurabi ließ Bierbrauer,
die ein saures oder wässriges Bier erzeugten,
in ihrem eigenen Gebräu ersäufen...
von schufterle - veröffentlicht in: Bier - Selbst gebraut - Community: Kreativität
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Samstag, 30. august 2008
„Könnand iar ned läsa?"
wüatig, rot vor Zara, so schreit dr Ma
i dr Nöchne vo dr Golmerbah.
("Könnt ihr nicht lesen?"
wütend, rot vor Zorn, so schreit der Mann
in der Nähe der Golmerbahn.)
 

„Ondr minam Dach hond iar nix vrlora!"
Dröhnts da Wanderer i da Ohra.
("Unter meinem Dach habt ihr nichts verloren!"
Dröhnt es den Wanderern in den Ohren.)


Sen Zara nimmt jetz no meh zua,
Vrschrocka gon dLüt i da Räga usse.
Vom Schimpfa hon se meh als gnua!
(Sein Zorn nimmt jetzt noch mehr zu,
erschrocken gehen die Leute in den Regen hinaus.
Vom Schimpfen haben sie mehr als genug.)
 

Ken hot me blieba wella ondr dem Dächle,
Liabr da Räga im Kraga und dSchua im Bächle
Liabr duss im Räga nass wera
als ondr dem Dächle trocka blieba.
(Keiner wollte mehr bleiben unter dem Dächlein,
Lieber den Regen im Kragen und die Schuhe im Bächlein
Lieber  draußen im Regen nass werden
als unter dem Dächlein trocken bleiben.)


Jetz erscht sahan se dia Tafla vor dr Hütta am Golm:
„Betreten verboten"
(Jetzt erst sehen sie die Tafel vor der Hütte am Golm:)


Sie sahan glei iar Urecht i.
„Wo käma mr do hi,
wenn jedr Turischt bim klenschta Uwettr
ondr minam Dach tät blieba?"
höran dLüt s Mändle wietr kieba.
(Sie sehen sofort ihr Unrecht ein.
"Wo kämen wir hin,
wenn jeder Tourist beim kleinsten Unwetter
unter meinem Dach bleiben würde?"
hören die Leute das Männchen weiter schimpfen.)


Blitz und Donner und an Wolkabruch
Hot se ondr des vrbotne Dächle triba.
Do isch as trocka gsi.
(Blitz und Donner und ein Wolkenbruch
hat sie unter das verbotene Dächlein getrieben.
Hier war es trocken.)



A andrs Mol sen dia glicha Lüt
In am andra Tal bim Wandara.
Döt gohts ruhiger zua.
Döt sen net so viel Lift und Bahna.
(Ein anderes Mal sind dieselben Leute
in einem anderen Tal beim Wandern.
Dort geht es ruhiger zu.
Dort sind nicht so viele Lifte und Bahnen.)


Dr Kli, der hot a Blotara am Zeha ghet
Und des Maisäß hot ondr am Dächle
a schös Bänkle vorhuss.
Umighockt, da Schuah uszoga, sPflaschtr grecht.
(Der Kleine hatte eine Blase am Zehen
Und das Anwesen hatte unter einem Dächlein
eine schöne Bank davor.
Hingesessen, die Schuhe ausgezogen und das Pflaster vorbereitet.)


Do goht d'Tür off und ussa kunnt an alta Ma.
Dia Lüt sen ghörig vrschrocka.
„Hosch du a Tafla gsaha?" frogan si anand.
(Plötzlich öffnet sich die Türe und heraus tritt ein alter Mann.
Die Leute sind ordentlich erschrocken.
"Hast du eine Verbotstafel gesehen?" fragen sie sich besorgt.)
 

Dr Alte mit dr Pfifa lacht und goht wedr ine.
„Um Gotts Willa, jetzt holt er sGwehr!"
(Der Alte mit der Pfeife lacht und geht wieder ins Haus.
"Um Gottes Willen, jetzt holt er das Gewehr!")


Abr do schtoht er scho wedr vor da Lüt
Und hot schtatt ama Gwehr
A Schnapsguttara ondrm Arm
Und i dr Hand viar Gläsle.
(Aber da steht er schon wieder vor den Leuten
und hat statt eines Gewehres
eine Schnapsflasche unter dem Arm
und in der Hand vier Gläser.)


Ma hot glacht und gfrogat und gredat und vrzellt und agschtoßa.
Miar sen denn noch a paar Schnäpsle lang bliba.
Und hon ganz vergässa, dem Kli s'Pflaschtr uffekläba.
(Man hat gelacht und gefragt und gesprochen und erzählt und angestoßen.
Wir sind dann noch ein paar Schnapslängen geblieben.
Und haben ganz vergessen, dem Kleinen das Heftpflaster aufzukleben.)


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Eine wahre Begebenheit aus dem Tourismusgebiet "Hochmontafon" in Vorarlberg.
So erlebt und in Mundartreime gefasst vom Autor, selbst Vorarlberger, im Sommer 2008.

Das "andere", freundliche Tal ist das "Große Walsertal", Biosphärenpark, ebenfalls Vorarlberg.

von schweizerkas - veröffentlicht in: Laut und Luise
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Mittwoch, 13. august 2008

„Was soll man da machen, schließlich ist das heutzutage ganz normal!" Die Mutter von Klaus, seit kurzem aus dem Urlaub zurück, resigniert leicht. Klaus, 17, hat eine Party gefeiert und die Abwesenheit seiner Eltern reichlich ausgenützt. An sich nichts Schlimmes, auch lärmende Kids und Green Day sind eine schlaflose Nacht lang leicht zu ertragen.

Was aber zur Sorge Anlass gibt und was seine hilflose Mutter mit „heutzutage normal" einstuft, ist die gewaltige Menge geleerter Bierdosen, die die Clique hinter dem Panoramafenster stapelte. Auf das alberne und besoffene Getue der jungen Leute versuchten wir ohnedies nicht zu achten.

Gegen Morgen wurde es langsam ruhig im architektonisch bemerkenswerten Nachbarhaus. Jugendliche Schnapsleichen krochen im Laufe des Vormittags aus den Ecken der noblen Behausung unserer geschätzten Nachbarn. Dann traten Kübel und Reinigungsgeräte in Aktion und wir staunten nicht schlecht über ganz junge Dinger, vielleicht 14 oder 15 Jahre, deren Eltern solche Events vielleicht ebenfalls als „heutzutage normal" finden...

Unsere Kathie feierte ihren 16. Geburtstag. Ich habe ihr bei den Vorbereitungen geholfen, Getränke und Snacks besorgt, im Partyraum unserer Wohnanlage ein paar Lichterketten angebracht, Riesenluftballons und Raumdekorationen besorgt, die Musikanlage getrimmt usw. Dann haben wir noch besprochen, wie die eingeladenen Freundinnen und Freunde nach Hause gelangen. Nach einem Plan habe ich mit dem Rücktransport der 15 Gäste kurz vor Mitternacht begonnen, sodass alle sicher und zur ausgemachten Zeit pünktlich daheim waren.

Während der um 18 Uhr gestarteten Party haben wir Erwachsenen uns nicht um die Vorgänge im Partyraum gekümmert. Fest stand aber: Die Jugendlichen haben sich mit Spielen unterhalten, ansehnliche Mengen Snacks, Kuchen und Limos verdrückt. Keiner der insgesamt 16 Jugendlichen hat auch nur einen Tropfen Alkohol an diesem Abend getrunken.

Das ist doch „heutzutage nicht normal"! Nicht?

von schweizerkas - veröffentlicht in: Laut und Luise
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